30. Mai 2017

250. Geburtstag: Neuer Blick auf August Wilhelm Schlegel 250. Geburtstag: Neuer Blick auf August Wilhelm Schlegel

Mit August Wilhelm Schlegel kam 1818 einer der bedeutendsten deutschen Romantiker an die neu gegründete Bonner Universität. Er war einer der ersten 20 Bonner Professoren, und er hatte sich ausdrücklich für Bonn, nicht für Berlin entschieden. Den Aufbau der jungen Universität prägte er entscheidend mit. Bonner und Bielefelder Germanisten haben ihrem großen Vorfahren kürzlich ein Symposium gewidmet.

August Wilhelm Schlegel
August Wilhelm Schlegel © Foto/Collage: Volker Lannert

Schlegel wurde am 8. September 1767 in Hannover geboren. Er  verstarb am  12. Mai 1845 in Bonn und wurde auf dem Alten Friedhof begraben. Nach Jahren der Begleitung der berühmten Madame de Staël („Über Deutschland“) auf ihren Reisen durch ganz Europa betrat Schlegel Bonn als einer der großen Vertreter der neuen europäischen Literaturgeschichte (klassische und romantische Literatur).

Schlegel wurde auch zum Begründer der Indologie in Bonn. Er war und ist zudem berühmt als Übersetzer romanischer Literaturen und insbesondere William Shakespeares. Der ‚deutsche Shakespeare‘, der bis heute  immer wieder gelesen und aufgeführt wird, ist in großen Teilen Ergebnis seiner Arbeit.

Der 250. Geburtstag Schlegels gab den Anlass zu einer systematischen, die Aspekte verbindenden Betrachtung im Rahmen einer Tagung, die in Kooperation der Universität Bielefeld und der Universität Bonn organisiert wurde und deren Beiträge die konkreten historischen Formen philologischen Denkens und Handelns herauszuarbeiten und die Kommunikationsnetzwerke nachzuzeichnen aufgerufen waren. Unter dem Titel „August Wilhelm Schlegel und die Philologien“ gingen die Teilnehmenden der bis heute anhaltenden Bedeutung Schlegels nach und warfen dabei zugleich einen Blick auf die Frühgeschichte der Bonner Universität und die Anfänge der Humboldt‘schen Bildungsreform – eine Tradition, in der wir  immer noch stehen.

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