Zusammenfassung
Der Iznik See ist mit seinen 313 km2
der größte See der Marmara Region und zugleich der fünftgrößte
See der Türkei. Er liegt in der Provinz Bursa, ca. 100 km südöstlich
der Metropole Istanbul. Durch seine Lage an der Nordanatolischen Störungszone
(NAF), einer Plattengrenze zwischen der Europäischen Platte im Norden
und dem Anatolischen Block im Süden, befindet sich der Iznik See in
einem tektonisch höchst sensiblen Gebiet. Gerade diese Tatsache macht
ihn zu einem interessanten Studienobjekt. Es bietet sich daher die Gelegenheit,
die Verknüpfung von sedimentologischen und tektonischen Prozessen in
einem gezielten Forschungsvorhaben genauer zu untersuchen. Zusätzlich
ermöglicht das Sedimentreservoir des Sees - fluvio-lakustrine und marine
Ablagerungen des Pliozäns und Quartärs - eine Rekonstruktion des
Paläoklimas und der anthropogenen Einflüsse der Region, um nur
einige der weiteren möglichen Forschungsthemen zu nennen. Im hier beantragten
Pilotprojekt sollen Oberflächenproben des Seegrundes erste Erkenntnisse
zur chemischen Zusammensetzung der Sedimente und zur Wasserchemie des Sees
erbringen, die dann erste Daten für die Beantragung eines größeren
Bohrvorhabens liefern sollen.
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