Bronchialarterienaneurysma
THERAPIE und VERLAUF:
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Das Thorax-Spiral-CT (Schichtdicke 10
mm, Rekontruktionsintervall 8 mm, 80 ml KM
i.v.) zeigte neben Bronchiektasien,
Dystelektasen und entzündlichen
Infiltrationen eine stark KM anreichernde
Raumforderung rechts paraaortal (A).
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Diese kommunizierte über einen
Gefäßstiel (Pfeil) mit der
Aorta.
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Die Aortographie (Abbildung links)
sowie die selektive
Bronchialarteriendarstellung (Abbildung
oben) zeigten ein zwei cm großes
Aneurysma (A) der rechten oberen
Bronchialarterie (B) sowie eine Elongation
und Ektasie sämtlicher
Bronchialarterienäste mit deutlicher
arterieller Hypervaskularisation.
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Wegen der Gefahr einer potentiell
lebensbedrohlichen Aneurysmaruptur
entschlossen wir uns zur Embolisation. Um
ein Rezidiv zu vermeiden, wurde das
zuführende Gefäß, der
abführende Schenkel der
aneurysmatragenden Arterie sowie
potentielle Kollateralen vollständig
verschlossen und der Aneurysmasack mit
insgesamt 13 GAW-Spiralen von 5 bis 8 mm
Durchmesser embolisiert. Der Eingriff
verlief komplikationslos.
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DISKUSSION: Ektatische
Bronchialarterienveränderungen sind bekannte
Folge schwer chronisch-entzündlicher
Atemwegserkrankungen (1). Aneurysmen der
Bronchialarterien sind dagegen eine Rarität.
Bronchialarterienaneurysmen sind bisher nur in
Einzelfällen berichet worden. Im Zeitraum von
1975 bis 1997 fanden wir 22 Einzelfallberichte mit
insgesamt 25 Aneurysmen. Die Größe der
Aneurysmen lag zwischen 0,1 und 10 cm (8) bei einem
Mittelwert von 3 cm.
Für die Entstehung der
Bronchialarterienaneurysmen werden
hauptsächlich zwei Pathomechanismen
diskutiert:
Erstens soll eine chronische
Hypervaskularisation der Bronchialarterien, die zu
einer Dilatation und Hyperplasie der
Gefäße sowie zu bronchopulmonalen Shunts
führt, durch Veränderung des normalen
laminaren Blutflusses die Entstehung der Aneurysmen
begünstigen. Diese Hypervaskularisation ist
meist Folge chronisch-entzündlicher
Lungenerkrankungen wie Mukoviszidose,
Bronchiektasien und Tuberkulose (5,6).
Zweitens wird eine lokale Schwächung der
muskulären Bronchialarterienwand diskutiert
(6). Die im Interstitium der Bronchialwände
verlaufenden Arterien können per continuitatem
durch lokal entzündliche Prozesse und von
endovaskulär durch septische Embolien
geschädigt werden (2), oder es kann eine
anlagebedingte Wandschwäche der
Bronchialarterien vorliegen (9). Bei sehr niedriger
Inzidenz der Bronchialarterienaneurysmen ist die
Arteriosklerose als ätiologischer Faktor
anzuzweifeln, am ehesten handelte es sich hierbei
um sekundäre Veränderungen des
älteren Patienten (8).
Die Symptomatik wurde von ihrer Lokalisation
bestimmt, wobei mediastinale von intrapulmonalen
Aneurysmen zu unterscheiden sind. Die
intrapulmonalen, im Interstitium der Bronchialwand
verlaufenden Aneurysmen wurden durch
Hämoptysen klinisch manifest. Obwohl ein
Kontrastmittelaustritt aus dem Aneurysma
angiographisch nicht nachweisbar war, wurde es als
Blutungsquelle angesehen und behandelt (4). Die
rupturierten mediastinalen Aneurysmen verursachten
lebensbedrohliche Blutungen mit
Hämatomediastinum, Hämothorax und
Hämatemesis durch Fistelung in den
Ösophagus. Bei fehlenden Verlaufsbeobachtungen
unbehandelter Bronchialarterienaneurysmen und meist
unbekanntem Zeitpunkt der Aneurysmaentstehung ist
ihr Rupturrisiko nicht kalkulierbar. Lediglich bei
den Aneurysmen infektiöser Genese sprach die
kurze Latenz von ein bis zwei Wochen zwischen
Infektionsbeginn und Aneurysmablutung für eine
hohe Rupturgefahr (2,3).
Zur Diagnostik der Bronchialarterienaneurysmen
wurden die arterielle Angiographie sowie die
Computertomographie eingesetzt. Häufigste
Indikation zur selektiven
Bronchialarterienangiographie waren Hämoptysen
(4). Die selteren aneurysmatischen
Veränderungen stellten hierbei
Zufallsdiagnosen dar (9). In dem vor der
Angiographie durchgeführten CT mit KM-Bolus
wurden eine zeitgleich mit der Aorta anreichernde
paraaortale Raumforderung als Aortenaneurysma und
ein intrapulmonales Bronchialarterienaneurysma als
arteriell versorgter Tumor fehlgedeutet.
In der Therapie stand die perkutane selektive
Katheterembolisation an erster Stelle (3). Hierbei
ist auf die Gefahr der Rückenmarkinfizierung
durch Verschluß spinaler Gefäße
(0-2%) hinzuweisen, die bei 5% der untersuchten
Kollektive vom rechten Truncus bronchocostalis
abgehen (4). Als Vorteile der perkutanen
Embolisation gegenüber der chirurgischen
Intervention ist die wesentlich geringere
Invasivität, die Erhaltung des
Lungenparenchyms sowie die Anwendbarkeit bei
klinisch instabilen Patienten zu nennen (1). Die
wesentliche Indikation zur Operation war die
erfolglose Embolisation. Osada hält eine
Kombination von Embolisation und Operation für
sinnvoll, um einerseits das intraoperative
Blulungsrisiko zu minimieren und andereseits eine
Aneurysmarekanalisation über vorhandene
Kollateralen und bronchopulmonale Kurzschlüsse
sicher zu verhindern (5). Die Gefahr der
Rekanalisation und Rezidivblutung nach perkutaner
Embolisation insbesondere bei bronchialer
Hypervaskularisation ist bekannt und wird in der
Literatur als Nachteil diskutiert. Die
Effektivität dieser Methode hängt
wesentlich von der Angiostruktur des Aneurysmas und
der Bronchialgefäße sowie von dem
verwendeten Embolisat ab. Durch die superselektive
Embolisation mit nicht resorbierbaren Mikrospiralen
können heute selbst kleinste
Gefäßveränderungen direkt
verschlossen werden (7,10). Die Embolisation der
zu- und abführenden Gefäße soll die
Reperfusion des Aneurysmahalses über neue
Kollateralen verhindern.
Literatur:
1. Babo v.H., Huzly A, Deininger HK, Barth V.
Angiome und angiomatöse Veränderungen der
Bronchialarterien. Fortsch Röntgenstr 1976;
124: 103-10
2. Chantepie A, Robert M, Pelletier J et al.
Aneurysme mycotique d'une artere bronchique. Chir
Pediatr 1980; 21 407-410
3. Connolly B, Manson D, Khattak S, Burrows P.
Bronchial-artery aneurysm in hyperimmunoglobinemia
E syndrome ( Job's syndrome). Pediatr.-Radiol.
1994; 24: 592-593
4. Jaschke VW, Hoevels J, Schulz V. Die
Behandlung der Hämoptysen durch Embolisation
thorakaler Arterien mit Ethibloc. Fortschr
Röntgenstr 1989; 150: 536-42
5. Osada H, Kawada T, Ashida H, Sodemeto Y,
Noguchi T: Bronchial artery aneurysm.
Ann-Thorac-Surg 1986; 41: 440-442
6. Remy-Jardin M, Remy J, Ramon P, Fellows G.
Mediastinal bronchial artery aneurysm: Dynamic
computed tomography appearence.
Cardiovasc-Intervent-Radiol 1991; 14: 118-120
7. Rillinger A, Gorich J, Vogel J, Merike E et
al. Mechanisch abwerfbare am Draht fixierte
Minispiralen zur superselektiven Embolisation.
Fortschr Röntgenstr 1997; 167 (2): 160-4
8. Shaer AH, Bashist B. Computed Tomography of
bronchial artery aneurysm with erosion into the
esophagus. Case report. J Comput Assist Tomogr
1989; 13: 1069-1071
9. Tuma S, Samanek M, Prusky F, Copova M, Tumova
I. Selective bronchial arteriography in children.
Radiol-Clin-Basel 1975; 44: 543-549
10. Vorwerk v.D., Günther RW, Wendt G.
Perkutane Embolisation eines Prothesenlecks nach
Implantation einer endoluminalen
Bifurkationsprothese. Fortschr Röntgenstr
1996; 164: 511-13
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