Strahlentherapie - Strahlen für das
Leben
Einleitung:
1960 sind nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes 17 Prozent der Deutschen
an Krebs gestorben, 1996 waren es bereits 24 Prozent. Weil die Lebenserwartung
der Deutschen noch steigt, wird angenommen, dass Krebs in 15 - 20 Jahren
die Herz-Kreislauf-Krankheiten als häufigste Todesursache überholt
haben wird. Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 400.000 Menschen an
einer lebensbedrohenden Form von Krebs, davon etwa 45 % werden als heilbar
betrachtet. Dazu werden multimodale Behandlungskonzepte verwendet. Neben
der Chirurgie und der Chemotherapie ist die Strahlentherapie allein oder
unterstützend an der Heilung beinahe jedes zweiten Tumors beteiligt.
Es gibt Schätzungen, dass durch Verbesserungen der Strahlenbehandlung
im Jahr mindestens weiteren 10.000 Patienten geholfen werden kann.
Wirkungsmechanismus:
Die Strahlentherapie beruht auf der Beobachtung, dass schnell
proliferierendes Gewebe, zu denen die Mehrzahl der Tumoren gehört, durch
Strahlung ihre Zellteilungsfähigkeit schneller als das umgebende
Normalgewebe verliert. Die Vermehrung von Tumorzellen soll so unterbunden
werden und zur Vernichtung des Krebsgeschwürs unter weitgehender Schonung
von gesunden Geweben und Organen führen. Dieses Ziel ist einfach zu
erreichen, wenn die Tumorvernichtungsdosis kleiner als die Dosis ist, die
zur Schädigung des gesunden Gewebes führt. Normalerweise ist das
nicht der Fall. Um den sich aus der Differenz der Dosis-Wirkungsbeziehung
für Tumoren und Nebenwirkungen erschließenden therapeutischen
Gewinn zu erhöhen, wurden verschiedene Konzepte entwickelt. Es gibt
einerseits den strahlenbiologischen Ansatz, mit dem man versucht, durch die
Wahl von Fraktionierungsschemata (Gesamtdosis wird auf mehrere Tage verteilt),
gleichzeitiger Gabe von Chemotherapeutika (Radiosensitizer, Radioprotektoren)
und Hyperthermie (Überwärmung) den Tumor empfindlicher bzw. das
gesunde Gewebe unempfindlicher gegenüber Strahlung zu machen. In einem
zweiten Ansatz versucht man, die Tumormorphologie diagnostisch genau zu erfassen
und eine möglichst enge dreidimensionale Konformierung der therapiewirksamen
Isodosenfläche an das Tumorgebiet zu erreichen (Konformationstherapie).
Bildgebende Diagnostik:
Die neuen Entwicklungen in der Strahlenbehandlung begannen Anfang der achtziger
Jahre mit der Einführung von dreidimensionalen diagnostischen
Bildgebungsverfahren wie der Röntgencomputertomographie (CT), der
Magnetresonanztomographie (MR), den Ultraschalluntersuchungen und
nuklearmedizinischen Verfahren SPECT und PET. Der Onkologe kann damit die
genaue Lage und Ausdehnung des bösartigen Tumors festlegen. Aufgabe
des Medizinphysiker ist es dann für dieses sogenannte Zielvolumen einen
Bestrahlungsplan auszuarbeiten. Gleichzeitig mit der Verbesserung der Diagnostik
wurden auch die Planungssysteme von 2D- zu 3D-Systemen weiterentwickelt,
die die Elektronendichteverteilung des Körpers aus den CT-Bildern des
Patienten verwenden. Zur Lokalisation des Tumors und Festlegung des
Planungszielvolumens sind oft auch noch MR und PET-Untersuchungen
nützlich,.
Bestrahlungsgeräte:
Heute werden Tumoren meist mit Teilchenstrahlen aus einem Linearbeschleuniger
von außen bestrahlt. Man nennt diese Verfahren Teletherapie im Gegensatz
zur sogenannten Brachytherapie, bei der eine umschlossene radioaktive Quelle
zur Bestrahlung in natürliche Körperöffnungen oder interstitiell
eingeführt wird. 90% der Teletherapie-Bestrahlungen werden mit
hochenergetischer Röntgen- bzw. Photonenstrahlung durchgeführt,
da diese auch tiefliegende Tumore erreichen können. Die konformierende
Bestrahlung zur hinreichenden Schonung des Normalgewebes kann an
Linearbeschleunigern durch geeignete Wahl von Einstrahlrichtungen,
Feldgrößen und individueller Feldform erreicht werden. Die momentan
in vielen Universitätskliniken erfolgende Installation von
Lamellenblenden-Systeme ermöglichen eine schnelle geometrische Feldformung.
Neben den ebenfalls verwendeten Elektronen werden in geringem Maße
auch Neutronen, neuerdings auch Protonen und Schwerionen im Kampf gegen Krebs
eingesetzt. Der erste klinische Protonenbeschleuniger in Europa wird zur
Zeit in München errichtet. Zur effektiveren, aber auch aufwendigeren
Konformations-Bestrahlung wurde 1988 von der Gesellschaft für
Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt das Schwerionentherapie-Forschungsprojekt
thesion mit 12C im Patientenbetrieb begonnen und in Zukunft am
Krebsforschungszentrum in Heidelberg fortgesetzt.
Bestrahlungsplanung:
Die Optimierung der Dosisverteilung in der physikalischen Therapieplanung
ist bisher ein Trial-and-error-Verfahren. Das heißt einige der Intuition
des Planers entspringende Planvarianten mit unterschiedlichen Feldvorgaben
werden gerechnet und die so gewonnenen Isodosenverteilungen auf ihre Güte
verglichen. Diese konventionelle Bestrahlungsplanung ist vorwärts
gerichtet. Eine neue Perspektive für die optimierte 3D-Konformationstherapie
bietet die Lösung des inversen Problems der Therapieplanung. Ausgehend
von des aus verschiedenen bildgebenden Untersuchungsverfahren definierten
3D-Planungszielvolumens soll ein Optimierungsalgorithmus automatisch die
optimalen Feldkonfigurationen finden. Die Mehrzahl der bisher
veröffentlichten Algorithmen machen Gebrauch von mehr oder weniger groben
Näherungen bei der Dosisbestimmung, um die iterative Berechnung des
komplexen Optimierungsproblems zu beschleunigen. Mit herkömmlichen
Bestrahlungstechniken können ausreichend hohe Strahlendosen im Tumor
aufgrund der Nähe zu strahlenempfindlichen Risikoorganen oft nicht erreicht
werden. Um eine höhere komplikationsfreie Heilungsrate zu erzielen,
ermöglicht die inverse Planung die Einführung der
Intensitätsmodulation der Strahlenfelder als neuen zu optimierenden
Parameter. Die 3D-Dosisapplikation kann mit rechnergestützt gefrästen
Dosismodulatoren oder mit einer automatischen Abfolge einer Serie von
Einzelfeldern mit unterschiedlichen Einstellungen der Lamellenblende realisiert
werden. Mit der intensitätsmodulierten Radiotherapie (IMRT) können
Dosiseskalationen im Zielvolumen ohne Steigerung der Dosis in Risikoorganen
durchgeführt werden und somit eine bessere Tumorkontrolle gewonnen werden.
Dosiseskalationen zur Erzielung höherer Tumorheilungsraten werden in
vielen Krebsforschungszentren untersucht.
Strahlentherapie - Focus online

Eine Seite Information mit Links zu anderen
Therapieformen.
Strahlenmedizin,
Beschleuniger

Information der medicine worldwide, die Google-Anzeigen
in der rechten Spalte lenken allerdings meist vom Thema ab.
Prinzipien
der modernen Strahlentherapie
(Radioonkologie) 
Interdisziplinäre Leitlinie der Deutschen
Krebsgesellschaft auf AWMF online (ca. 20 Seiten)
Strahlentherapie

Skript der Uni Magdeburg ca. 37 Seiten m it vielen
Bildern
Radiation Oncology
Centennial

Geschichte und Entwicklung der Strahlentherapie in den
letzten hundert Jahren
Physics Improves
Health

Erfolge der Physik in der Medizin (AIP)
Physics Saves
Lives

Erfolge der Physik in der medizinischen Bildgebung
(AIP)
Aus Patientensicht:
Blaue
Ratgeber (Dt. Krebshilfe)
Strahlen für das
Leben (DEGRO)
Der Medizinphysiker
in der Strahlentherapie (DGMP)
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