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Wie erzeugt man Ultraschallbilder?Neben der Röntgenstrahlung durchdringt auch Ultraschall den menschlichen Körper und kann daher zur medizinischen Diagnose genutzt werden. Schall mit Frequenzen oberhalb von 20 kHz bezeichnet man als Ultraschall. Ultraschall wurde erstmals 1942 in Österreich von K. T. Dussik zur Darstellung des Schädels eingesetzt. Dabei kam zunächst das Durchschallungsprinzip zur Anwendung: Der Ultraschall durchdringt den Kopf des Patienten und auf der anderen Seite wird die Restschallstärke gemessen. Die Weiterentwicklung der Ultraschalltechnik während des Zweiten Weltkriegs, z. B. zur U-Boot-Ortung, führte bald zum Einsatz des sog. Impuls-Echo-Verfahrens zur Untersuchung biologischer Objekte. Mit weit reichenden technischen Verbesserungen ist dieses Verfahren auch heute noch im Einsatz. Einsatzgebiete sind neben der Embryonaldiagnostik die Untersuchung innerer Organe wie z. B. der Leber, die Herzdiagnostik oder auch die Querschnittsdarstellung des Auges.Physikalische GrundlagenPotenzielle Wirkung von UltraschallDurch die Absorption der Ultraschallenergie findet im Gewebe eine gewisse Erwärmung statt, die allerdings beim ImpulsEcho-Verfahren als unproblematisch gilt. Ein zweiter Mechanismus hängt weniger mit der Schallenergie, als mit der Amplitude des Ultraschallimpulses zusammen. In der Unterdruckphase der Schallwelle kann bei hinreichendem Unterdruck Wasser verdampfen ("Dampfkavitation"). Analog siedet Wasser unter einer Vakuumglocke bereits bei Zimmertemperatur. Da der Übergang von der flüssigen in die gasförmige Phase mit einer extremen Volumenausdehnung verbunden ist, kann bei sehr hoher Amplitude des Ultraschallimpulses umliegendes Gewebe Schaden nehmen. Man versucht natürlich, möglichst weit von dieser Kavitationsgrenze entfernt zu bleiben. Es lässt sich allerdings schwer vorhersagen, bei welchen Ultraschallamplituden diese Grenze liegt. Die Details auf diesem Gebiet sind bis heute noch nicht voll verstanden und weiterhin Gegenstand von Untersuchungen. Festzuhalten bleibt, dass beim Impuls-Echo-Verfahren noch keine Schäden durch die Aufnahme von Ultraschallbildern nachgewiesen wurden. Man muss Ultraschalluntersuchungen von Verfahren mit ionisierender Strahlung (z. B. Röntgendiagnostik) klar trennen. Ultraschall kann keine chemische Bindungen im Körper aufbrechen und dadurch Zellen schädigen. Ultraschall
hoher Intensität wird aber in der Therapie erfolgreich eingesetzt: Man
kann damit z. B. Nierensteine zertrümmern oder Gewebe lokal erwärmen, um
so Heilungsprozesse zu fördern. Ultraschallaufnahmen
(s. z. B. Abb. 2 auf S. 20) werden mit Hilfe des sog.
Impuls-Echo-Verfahrens gewonnen. Dabei sendet der Schallkopf einen kurzen
Ultraschallimpuls von der Dauer weniger Mikrosekunden (analog zum
Knacken des Lautsprechers im hörbaren Bereich) in eine bestimmte Richtung
in den Körper. Der Ultraschallimpuls wird an Grenzflächen im Körper (z.
B. zwischen Muskel und Knochen) zum Teil zurückgeworfen, zum Teil
dringt er weiter ein. Der auf Empfang umgeschaltete Schallkopf registriert
anschließend die Echos. Wie entsteht ein Ultraschallbild?Die
Echo-Amplituden als Maß für die Stärke der einzelnen Echos werden
entsprechend ihrer Laufzeit im Körper in einem Diagramm dargestellt
(Amplituden- oder A-Darstellung. Der nächste Schritt hin zu einer
Querschnitts-Abbildung des Objekts besteht darin, statt der Wellenpakete
der ADarstellung an die entsprechenden Stellen einen Punkt zu setzen
'(B-Darstellung'). Die Punkte werden umso heller dargestellt, je größer
die Amplitude des zugehörigen Echos ist ("Graukodierung"). Um ein Bild zu gewinnen, wird der Schallkopf zwischen der Echo-Registrierung und dem Aussenden des nächsten Impulses automatisch um einen kleinen Winkel gedreht. Damit ein "Ultraschallfilm" entsteht, muss der Untersuchungsbereich 25 Mal pro Sekunde vollständig überstrichen werden. Der
Ultraschallkopf
Im Ultraschallbereich werden die benötigten schnellen mechanischen Schwingungen mithilfe des Piezoeffekts erzeugt. Legt man an eine piezoelektrische Keramik eine elektrische Wechselspannung an, so schwingt die scheibenförmige Keramik mit dieser Frequenz. In der Ultraschalldiagnostik werden Frequenzen im Mega-Hertz-Bereich verwendet, und die Keramik erzeugt eine Ultraschallwelle dieser Frequenz. Um die benötigten kurzen Ultraschallimpulse zu erhalten, schwingt die Piezokeramik im Schallkopf nur einige wenige Male hin und zurück, so dass ein kurzes Wellenpaket mit einer Dauer von wenigen Mikrosekunden in den Körper geschickt wird. Eine
Piezokeramik eignet sich auch zum Empfang der Echos: Das zurückkehrende
Wellenpaket versetzt die Keramik in Schwingungen. Dadurch entsteht
wiederum aufgrund des piezoelektrischen Effekts zwischen der Vorder- und
Rückseite der Keramikscheibe eine elektrische Wechselspannung, die in der
Amplitudendarstellung direkt sichtbar gemacht werden kann. Die
Schallreflexion
Die
Schallgeschwindigkeit hängt wesentlich von der Dichte des den Schall
transportierenden Mediums ab. In Luft beträgt die Schallgeschwindigkeit
330 m/s, in Wasser (und in weichem Körpergewebe)
liegt sie bei etwa 1,5 km/so In festen Körpern erreicht die
Schallgeschwindigkeit einige tausend Meter pro Sekunde. In Knochen sind es
3,6 km/s, in Aluminium etwa 6 km/s. Wie
stark die Echos an Grenzflächen reflektiert werden, hängt entscheidend
vom Unterschied zwischen den Massendichten der angrenzenden Gewebearten
ab. Daher sind Echos an Grenzschichten zu Knochen sehr intensiv und knöcherne
Bereiche als helle Strukturen auf
Ultraschallbildern
gut zu erkennen (vgl. Abb. 2 auf S. 20). Der Grund für die helle
Darstellung der Knochen ist also nicht, dass Knochen eben weiß sind, wie
ein Schüler auf eine entsprechende Frage antwortete. Der
Nachteil der starken Schallreflexion ist, dass unterhalb von Knochen
liegende Strukturen oft nicht gut abgebildet werden, da sie in deren
"Schallschatten" liegen. Zudem lassen sich aus diesem Grund
lufthaltige Bereiche nur schwer untersuchen: Beispielsweise kann die Lunge
nicht abgebildet werden, da beim Übergang zwischen Lungengewebe und Luft
Ultraschall praktisch vollständig reflektiert wird und daher nicht in die
Lunge eindringen kann. Bei Ultraschalluntersuchungen wird ein Gel auf die
Haut aufgetragen, damit die Luft zwischen Schallkopf und Haut verdrängt
wird. Linkshttp://newton.ex.ac.uk/aip/physnews.568.html
http://www.ob-ultrasound.net/dussik/bio.html
www.medcom-online.de
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