Euphorbia bongolavensis Rauh

(c)CK Euphorbia bongolavensis 84KB (c)CK Euphorbia bongolavensis Blatt 21KB (c)CK Euphorbia bongolavensis Stamm 94KB

Heimat: Madagaskar, Prov. Mahajanga, Bongolava-Höhenzug südlich Port Berge, in Humus zwischen Felsen im Trockenbusch

Habitus: Das kleine Bäumchen wird bis 1m hoch und hat einen zentralen ca. 30-40cm langen und bis 3cm dicken Hauptstamm mit einer kräftigen holzigen Haupt. Auffällig ist die Borke des Hauptstammes, welche sich in dünnen Ringen löst. Die dünnen Seitentriebe bilden im Alter eine breit-ausladene Krone. Die Seitenäste wachsen aus dem oberen Teil des Hauptstammes als Internodium1 (eigendlich ein Hypopodium2) bis auf 30cm Länge um dann in einer terminalen Blattrosette zu enden. Das Rosetteninnere ist an den Blattstielen lebhaft rot gefärbt. Die Rosette besteht aus 3-6 verkehrt-eiförmigen Blättern mit einer Spreite von 6,5cm Länge und 3,5cm Breite. Nach dem Blattwurf beginnt das Wachstum der Triebe in den nächsten Wuchsperioden mit einer weiteren Blattrosette, so daß ein Kurztrieb, auch Brachyblast genannt, entsteht. Die weitere Verzweigung erfolgt aus der terminalen Blattrosette mit 2 bis 3 weiteren Hypopodien. Die wiederum mit einem Kurztrieb enden.

Blüte: E. bongolavensis ist zweihäusig, d.h. männliche und weibliche Cyathien sind auf verschieden Pflanzen. Inmitten der Blattrosette sitzen die einzelnen oder 2-3 Cyathien (männliche Cy. ,meist im Blattlosen Zustand). Männliche Cyathien sind meist kleiner als die weiblichen. Weibliches Cyathium ca. 2mm im Durchmesser. Die Honigdrüsen sind gelbgrün. Die rotgefärbten Blattstiele übernehmen anscheinend die Aufgabe von Blütenblättern.

Kultur: Die Vermehrung aus Samen ist leicht und wenige Monate alte Pflanzen erreichen eine stattliche Größe. Bedingung für eine eigene erfolgreiche Samengewinnung sind zwei Pflanzen unterschiedlichen Blütengeschlechts. Stecklingsvermehrung der Seitenäste ist nicht ratsam, da der natürliche Habitus verloren geht. Ansonsten ist diese Euphorbie eine einfach zu pflegende Art, die für die Zimmerkultur geeignet ist. Leider ist die Breite im Alter ein Problem für die schmale Fensterbank. Ab April wird die Pflanze gegossen, was sich meist auch schon mit dem Blattaustrieb bemerkbar macht. Ist Euphorbia bongolavensis belaubt, kann in regelmäßigen Abständen (alle 2-3 Wochen) mit Zimmerpflanzendünger gedüngt werden. Ab Ende August ist das Düngen und ab Anfang/Mitte Oktober das Gießen einzustellen. Die Wintermonate sind bei Temperaturen um 18 Grad trocken zu halten. Der Autor hat die Kultur im Freien versucht und schlechte Erfahrungen gemacht. Ursache sind Tage mit niedrigen Tages- bzw. Nachttemperaturen und mit langen Nässeperioden. Fallen diese unter 15Grad, dann nehmen die Wurzeln Schaden. Bei Temperaturen mehr als 20 Grad können die Pflanzen ruhig ins Freie. Vorsicht vor praller Sonne, Sonnenbrandgefahr! Als Pflanzen des Unterholzes, werden sie in der Heimat durch größere Laubbäume in der Regenzeit beschattet.

Bem.: Die Art der Verzweigung von Euphorbia bongolavensis ist z.B. auch bei Euphorbia hedyotoides N.E.Br. zu beobachten.

Literatur:
1 Euphorbia Journal Vol. IX, S. 28f, (Beachte falsche Schreibweise E. bongolavaensis statt E. bongolavensis, Anm. d. A.);
2 Succulent and Xerophytic Plants of Madagascar, Rauh, Vol.2, S. 152-155
3 KuaS, 1993, Heft 4, S.70-75;

4 Sukkulentenlexikon Bd 2 Zweikeimblättrige Pflanzen, 2002, S.121


1 Internodium: Der Abschnitt einer Sproßachse zwischen den Nodi (einzeln Nodus), die den Teil der Blattanheftung umschreiben.
2 Hypopodium: E
rstes Internodium einer Seitenachse, zwischen Achsel und Vorblättern.

Stand 23.09.02
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