Die obigen Abbildungen zeigen zum Vergleich ein regelrecht ausgebildetes Corpus callosum bei zwei anderen Saeuglingen. Der Balken ist im Coronarschnitt als horizontal verlaufende wenige mm dicke echoarme Struktur cranial der Seitenventrikel deutlich abgrenzbar und ist auch im Sagittalschnitt problemlos darstellbar. Im vorgestellten Fall ist der Balken weder im Quer- noch im Laengsschnitt nachweisbar. Da die von lateral einspriessenden Neuronen aufgrund des fehlenden Balkens nicht auf die Gegenseite kreuzen koennen, lagern sie sich in sagittaler Richtung einander an und bilden die "Probst'schen" Bündel (echoarme ovaläre Strukturen medial der Seitenventrikel). Aufgrund der fehlenden cranialen Begrenzung tritt der dritte Ventrikel hoeher, so dass die Seitenventrikel nach lateral verlagert werden und einen weiteren Abstand voneinender haben als üblich (typische "Stierhornkonfiguration"). Aufgrund dieses vergroesserten Abstandes weisen die Seitenventrikel im nach occipital gerichteten Cronarschnitt einen parallelen Verlauf auf, waehrend sie normalerweise nach dorsal hin auseinanderweichen. Aufgrund eines Fehlens des Gyrus cinguli kommt es im Sagittalschnitt im Bereich des Hemisphaerenspaltes zu einer radiaeren Anordnung der Gyri.